Billy Ocean Live in Berlin (Admiralspalast 14.11.2017)

 

(Berlin) “Billy Ocean – Here you are. The Best of-Tour“- Plakate hingen an den Türen von Berlins traditionsreichem Admiralspalast. Die zahlreichen Zuhörer hatten Glück. Es war der einzige Deutschland-Auftritt des Weltstars während seiner aktuellen Europatournee, die ihn nach Dänemark und in die Benelux-Länder führt.

Ocean setzte ganz auf die Wirkung seiner Musik, seiner Person. Es gab keine Vorgruppe. Die Band, die drei Backgroundsängerinnen, unter ihnen auch Oceans Tochter Shireen, sammelten sich auf der Bühne, in blaue Lichtgarben getaucht. Gongs, ein paar Takte Funk und dann kam er auf die Bühne:  Der Popsänger, der Meister des R & B, der in den 80-er Jahren eine Reihe Hits herausbrachte, erfolgreich auf dem ganzen europäischen Markt, nicht nur in seiner zweiten Heimat England, denn geboren ist er auf Trinidad. So war es ein Publikum der mittleren, der älteren Jahrgänge, das ihm von Anfang an zujubelte. „Jesus Christ, wir sind alle zusammen, gehören zusammen. Wollt ihr singen, wollt ihr tanzen mit mir?“ grüßte er seine Fans.

Der Mann im weißen Anzug mit den blitzenden Zähnen ist älter geworden, sein Lockenschopf aus mehreren Rastazöpfen, zu einem Pferdeschwanz gebunden, ist silbern. Aber seine Vitalität ist so ungebrochen wie seine Lust am Tanzen, seine Kondition. Ocean war volle zwei Stunden in Aktion, bewegte sich im Rhythmus über die Bühne, in wechselndes farbiges Licht getaucht, brachte den Raum zum Vibrieren. Alle seine unvergessenen Hits von damals waren jetzt wieder zu hören. Die ersten Takte von „Colours of love“ klangen auf. „Are you ready?“ fragte der Sänger und hatte schon das Publikum voll in der Hand. Ein kleines Zeichen mit seiner Hand und die Fans auf der einen Seite des Raumes sangen den Refrain, ein leichtes Nicken und die zweite Gruppe stimmte ein. Wieder ein anderer Rhythmus der Band, der unter die Haut ging und dann Oceans Stimme schmerzlich, leidenschaftlich „Love really hurts without you“. Längst waren die Zuhörer aufgesprungen, sangen dem Zauberer auf der Bühne zu, der ihnen das Mikro entgegen streckte.

 

Auch eine Cover-Version hatte Ocean im Programm, sang Bob Marleys „No woman, no cry“ und das Publikum fiel lautstark in den Refrain ein. Leiser folgte das zärtliche „Suddenly“. „Get out of my dreams, get into my car” kam mit einem hinreißenden Saxofonsolo. Dann „Loverboy“ und das leidenschaftliche Lied von der “Carribean Queen”, der Frau mit den „elektrischen Augen“. Längst tanzten die Zuhörer, reckten die Arme hoch, waren in Trance, der Partystimmung konnte sich keiner entziehen.

Nach Oceans letztem Lied, nach den Zugaben formierte sich ein Sprechchor „Brother, the people love you“. Er hatte Hände zu schütteln, signierte zwei besonders leidenschaftlichen Fans in der ersten Reihe CDs, warf Kußhände zurück, ehe er endlich den Saal verlassen konnte.

 

 

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