Earth, Wind & Fire – 13.07.2018 Frankfurt am Main

 

(Frankfurt) Glück gehabt, Mainhattan – Earth Wind & Fire traten bei ihrer Tournee nicht nur in Berlin, München und Hamburg auf, sondern gaben ihr letztes Konzert, organisiert von Shooter Promotions, in der Jahrhunderthalle. Voll genug war es, mehr als viertausend Fans waren gekommen, eher ältere Jahrgänge als sonst in Funkkonzerten, besonders häufig Paare zwischen 40 und 70 Jahren, die vielleicht schon als Teenies zu „Let´s groove tonight“ tanzten und sich in ihren VW-Käfern mit „Wonder Boogie“ beschallen ließen.

Die Vorband „Footprint Project“ aus Potsdam gehörte eindeutig zur jungen Generation, spielte eine Mischung aus Ska, Funk, Breakbeats und Jazz. „Music is the blood auf our soul“ nannten sie als Motto. Unterschiedliche Akzente, aber kein Gegensatz der Generationen: „Footprint Project“ machte es Spaß, das Publikum auf die Funk-Meister mit den Chicago-Wurzeln vorzubereiten. Sängerin Rokhaya Niang: „Es ist uns eine Ehre, diesen Großmeistern der Tanzmusik beim Arbeiten zuzugucken und unsere Fußabdrücke auf ihre Bühne zu setzen.“

Tatsächlich brachten Earth Wind & Fire einen Hauch 70-er Jahre mit, trugen Schlaghosen und blendendes Glitzer-Outfit wie damals und Bassist Verdin White, letztes lebendes Gründungsmitglied, kam in quietschbuntem Funk-Klamotten. Sicher sind Earth Wind& Fire Urgesteine der Funk-Szene, aber sie verstehen es immer noch, das Publikum in eine Welt zu entführen, die nur aus Licht, Klang und Rhythmus besteht. Eine riesige Percussionlandschaft auf der Bühne war unentbehrlich, die Rhythmen brachten Raum wie Publikum zum Vibrieren. Kaum einer in der Riesenmenge, der nicht mittanzte. Die Jahre schienen an Verdin White spurlos vorbeigegangen zu sein, mit seinem Bass wirbelte er über die Bühne, unterstrich den Rhythmus, die Gitarristen legten elektrisierende Melodiefiguren drüber, die Bläser setzten schräge Akzente, Motown-Sound war angesagt. Bilder früherer Auftritte tauchten auf der Leinwand auf, waren auch eine Hommage an Earth Wind & Fire-Gründer Maurice White, vor zwei Jahren verstorben.

Soulige Balladen wie „After the love has gone“ wechselten mit der Tanzmusik von damals, mit „Boogie Wonderland“, mit „September“, mit „Let´s groove“, mit „Can´t let go“. Titel wie „Kalimba Story“ zeigten, dass die Band sich aus vielen Quellen inspirieren lässt, auch aus der Musik Afrikas. Jüngere Hörer, wohl an härtere Dezibel-Zahlen gewohnt, fanden die Musik leise. Die Hardcore-Fans in der Jahrhunderthalle ließen sich nicht stören, sangen mit, tanzten mit. Funk lebt – das bewiesen Earth Wind & Fire überzeugend!

 

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