ECHO 2018 – Die Sieger des Abends!

Vincent Weiss

(Berlin) Fahnengeflatter draußen, goldener statt rotem Teppich, der ins Palais am Funkturm führte: bei der 27. Verleihung des Echo wurde an Glamour nicht gespart. Neu war diesmal die Chance der Fans, in einer Halle beim Public Viewing die Superstars wie auch die Verleihung des größten deutschen Musikpreises 2018 ganz nah zu sehen. Live-Musik gab es dort auch: in zwei 30 Minuten-Sets ließen sich der DJ „Alle Farben“ wie auch „Gladys“-Sängerin Leslie Clio hören. Schon Stunden zuvor hatten sich die Fans vor der Messe gesammelt und kamen in Ausnahmezustand, als die Stars ihren Autos entstiegen und ein Bad in der Menge nahmen. Das war die große Stunde für die Selfies. Der Weg der Stars führte entlang der Sponsorenwand nach innen, die bei keiner Echoverleihung fehlen darf. Dort wussten sich etliche Showgrößen effektvoll in Szene zu setzen– ideale Chance für Aufnahmen, für Interviews, für die vielköpfige Medien-Crew.

 

 

Mark Forster

Durchs Programm führte Vox -Moderator Amiaz Habtu mit einigen Künstlern, die die einzelnen Kategorien vorstellten und kurze Videos mit den entscheidenden Titeln der Nominierten zeigten. Spannung bei den geladenen Gäste aus der Musikszene im Saal: wer aus diesen Gruppen würde das Rennen machen? Dann die erste Übergabe der silbernen Schallwellen-Figur. Es war die zierliche „No roots“-Sängerin Alice Merton, sie erhielt die Auszeichnung in der Kategorie „Künstlerin Pop national“.  „Band Pop National“ wurden „Milky Chance“, aus Kassel stammend, aber längst international unterwegs für ihren chilligen Titel „Blossom“ ausgezeichnet. Bei „Rock national“ waren es die „Toten Hosen“, die mit ihrem Punk Rock-Titel „Laune der Natur“ den Echo abräumten. Respekt vor Campino: in seiner Danksagung nahm er als einziger der Preisträger zu dem umstrittenen Titel der Gangsta Rappa Kollegah und Farid Bang Stellung: „Wer nicht diskutiert ,überlässt das Feld den andern und denen, die sich noch als Opfer darstellen…Wir sollten nicht anfangen, einen tieferen Sinn zu suchen, wo es keinen Sinn gibt.“ Aber für ihn persönlich sei die moralische Schmerzgrenze überschritten, wenn es um frauenfeindliche, homophobe, rechtsextreme und antisemitische Beleidigungen wie hier gehe. Die Lautstärke des Beifalls zeigte: die Mehrheit der Gäste war auf Campinos Seite. In der Sparte „Band international“ wurden die „Imagine Dragons“ mit „Evolve“ ausgezeichnet. Den Kritikerpreis holte sich die Hamburger Rapperin Haiyti für „Montenegro Zero“, vom Cloud Rap inspiriert. Nicht verwunderlich: der Echo in der Kategorie „Künstler Pop national“ ging an die Hitmaschine Mark Forster für „TAPE“. Seine Dankesworte: „Ich bin normal kein Fan von Aftershow Partys, aber heute ballere ich mich mal richtig weg!“ „Newcomer national“ war Wincent Weiss mit „Irgendwas gegen die Stille“, für den südamerikanisch inspirierten Welthit „Despacito & Mis Grandes Exitos“ holte sich der Puertoricaner Luis Fonsi die Auszeichnung „Newcomer international“.

Peace by Peace Festival

Julia Engelmann, Poetryslammerin, erinnerte mit Versen an Gunter Gabriel, Fats Domingo und die anderen Großen, die im vergangenen Jahr verstorben sind. Buhrufe kamen aus dem Publikum, als Kollegah und Farid Bang nach der Übergabe des Echop für Hip-Hop/Urban national eine Karikatur von Campino mit Heiligenschein hochhielten. Abräumer des Echo 2018 war eindeutig Ed Sheeran in den Kategorien „Album des Jahres“, „Hit des Jahres“ („Shape of you“) und „Künstler international“. Er konnte nicht kommen und bedankte sich per Leinwand, ebenso die als „Künstlerin international“ ausgezeichnete Pink („Beautiful Trauma“). Santiano, immer gut für einen Hauch von Shanty, holte sich den Echo „Volkstümliche Musik“ für „Im Auge des Sturms“. Auch 2018 kam die Jury nicht an Schlagergröße Helene Fischer und ihren Verkaufszahlen vorbei, zeichnete sie in dieser Kategorie aus. Weiter geehrt wurden Robin Schulz mit „Uncovered“ (Kategorie Dance national), Peter Keller mit „MTV unplugged“ und Peter Maffay als Interpret (Produzent national), weiter „L auf der Stirn“ von Beatsteaks feat. Deichkind ( Bestes Video national). Für sein Lebenswerk geehrt wurde der „fünfte Beatle“ Klaus Voormann, die Laudatio hielt sein Freund Wolfgang Niedecken (BAP). Weiter geehrt wurden Reeperbahn Festival (Partner des Jahres), Apple Music (Handelspartner des Jahres). Die Auszeichnung für soziales Engagement ging an das Peace by Peace-Festival.

Wolfgang Niedecken

Die Fans, die Künstler und ihre Gäste genossen Live Acts von Superstar Rita Ora und Liam Payne, Helene Fischer, Kylie Minogue, Ray Garvey feat. Kool Savas, Luis Fonsi, den Rappern Kollegah und Farid Bang, Mark Forster feat. Gentleman. Schließlich noch ein ganz Großer aus den USA, Jason Derulo, begleitet von der Tanzgruppe NT Agency Berlin, die von Nikeata Thompson geleitet wird.

Rauschend war die Aftershow-Party, bei der die Stars und ihre Freunde bis in die frühen Morgenstunden tanzten, schlemmten und feierten.

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