eisige welten (frozen planet) – LIVE IN CONCERT

Dokumentarfilm mit Live-Orchester
in der Festhalle Frankfurt am Main

(Frank Heckel): BBC-Dokumentarfilme genießen weltweit höchstes Ansehen: Atemraubende Filmaufnahmen, von wagemutigen Doku-Filmern oft unter Extrem-Bedingungen der Natur abgetrotzt, in spannende Form gebracht, geradezu »geschmiedet«, den Zuschauer »ewig zu binden« (LOTR-Fans aufgemerkt!). Dazu hat die BBC verstanden, dass mit dem optischen Erlebnis ein akustisches auf gleich hohem Niveau verbunden werden muss: George Fenton heißt der vierfach Oscar-nominierte Meister (u.a. für »Gandhi«), der seit den 90er Jahren die (larger than-)Wildlife-Filme der BBC sinfonisch veredelt.

Immer mehr Menschen begeistern sich für Film-Konzerte, in denen Filmmusik nicht »nur« gespielt wird, sondern in denen bekannte Filme »live« begleitet werden. Die Europäische Filmphilharmonie beispielsweise unter der Leitung von Frank Strobel leistet hier seit Jahren Pionierarbeit mit Projekten wie »Metropolis«, »MATRIX live« und vor kurzem Stanley Kubricks »2001 – A Space Odyssey«, meist in Zusammenarbeit mit dem exzellenten hr-Sinfonieorchester.

Nach dem Erfolg von »planet erde – LIVE IN CONCERT« vor einem Jahr folgt jetzt »planet erde – LIVE IN CONCERT« mit insgesamt 13 Shows in Deutschland und Österreich. Am 02. Februar 2016 war die Show in der Festhalle Frankfurt am Main zu erleben (2. Konzert am 03.02.16):

Es tut gut, erleben zu dürfen, dass ein Veranstalter auf alle Details größten Wert legt und keine »good is good enough – I just want cash«-Haltung an den Tag legt: Filmprojektion, Moderation, Orchester, Beschallung: Alle Elemente waren auf höchstem Niveau – so wurde es ein unvergesslicher Abend:

Statt des charismatischen Original-Erzählers David Attenborough präsentierte der nicht minder charismatische »Titel, Thesen, Temperamente«-Moderator Max Moor mit brillantem, hintersinnigen Humor sowie schauspielerischer Grazie kundig die einzelnen Filmsequenzen und brachte das Publikum regelmäßig massiv zum Lachen.

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Die Beschallung (Carsten Kümmel): Endlich einmal NICHT zu laut! Dies war das erste Konzert, das ich in der akustisch durchaus problematischen Festhalle OHNE Gehörschutz genießen konnte! Alle Orchesterinstrumente gut durchhörbar – und das auch noch in den richtigen Lautstärke-Relationen zueinander! Transparenz – Energie – Musik! DANKE!!!

Von diversen »Lord of the Rings«-Symphony-Tourneen kennt man die Methode: »Orchester: Je östlicher, desto günstig, hört ja eh keiner …«
Auch hier das Gegenteil: Das exzellente »City of Prague Philharmonic Orchestra« ist in der europäischen Orchesterlandschaft noch immer ein Geheimtipp, der sich in Hollywood allerdings inzwischen herumspricht. Immer mehr amerikanische Top-Produktionen lassen ihren Soundtrack in Prag einspielen. Der James Bond-erfahrene Orchestrator, Komponist und Dirigent Nic Raine hat mit dem Orchester schon circa 100 (!) CDs aufgenommen. Im letzten Jahr dirigierte er die »Sound of Hollywood«-Tournee mit den Pragern.

Gestern leitete »Symphonic Rock-Dirigent« Matthew Freeman das Orchester mit sicherem Gespür für die richtigen Stimmungen und Nuancen –  wenn auch natürlich durch einen Click-Track unterstützt, stets floss alles absolut »natürlich«, wie es sich für eine Natur-Doku gehört …
Die Konzertmeisterin Lucie Svehlova brillierte mit subtilen Violin-Soli, das ganze Orchester befand sich trotz der physisch anstrengenden Tournee-Bedingungen in Top-Form: Subtiles pianissimo bis zu brachialen Orchesterausbrüchen, stets intonations-sicher und mit wunderbarer Homogenität der einzelnen Orchestergruppen. Eine pure Freude für den Komponisten George Fenton – eine wirklich vollkommene Synthese von Bild und Ton!

Das war ein großes Erlebnis, das sich nur auf eine Weise übertreffen lässt: Ich gehe heute Abend noch einmal hin!

 

 

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