Interview mit Olga Scheps: Ein strahlender Stern am Klassik-Himmel

MZ» Liebe Olga, erinnerst du dich noch daran, wie bzw. wo wir uns persönlich kennen gelernt haben?
Olga» Ja, ich erinnere mich daran: es war in der Alten Oper in Frankfurt, beim Signieren nach meinem Auftritt mit dem Orchestra della Svizzera Italiana und Markus Poschner und dem Klavierkonzert Nr. 3 von Beethoven. Ich habe mich sehr über diese nette Begegnung gefreut!

MZ» Ich weiß, dass Musik bereits Bestandteil im Leben deiner Eltern war. Deine Mutter unterrichtete Klavier. War das ausschlaggebend für deinen musikalischen Werdegang, oder gab es noch andere Musiker in deiner Familie bzw. deinem Umfeld?
Olga» Meine Mutter unterrichtet oft Kinder, schon seit ihrer eigenen Studentenzeit, und wendet dabei eine eigene ganz tolle Technik an, mit deren Hilfe sie den Kindern das Klavierspiel spielend beibringt. Es geht ihr nicht in erster Linie um Leistung, sondern um die vielen Dinge, die man mit der Musik ausdrücken kann und um die vielen kreativen Möglichkeiten, die das Klavier hat. Ich finde, sie hat eine ganz tolle, liebevolle Art mit Kindern zu arbeiten, und die Kinder für das Klavier zu begeistern. Meiner drei Jahre älteren Schwester Anna und mir hat sie das Klavierspielen auch näher gebracht, als wir Kinder waren. Es war auch naheliegend: Bis Anna neun und ich sechs Jahre alt waren, haben wir im Zentrum Moskaus in einer kleinen Wohnung gewohnt. Der Flügel, der dort stand, war für uns Kinder natürlich nicht zu übersehen, und meistens wurde darauf auch gespielt. Mein Vater hat geübt, oft hatten wir Besuch von Kammermusikpartnern und Sängern, die mit meinem Vater aufgetreten sind, und vorher bei uns geprobt haben. Oft hatte meine Mutter Klavierschüler, Kinder und auch erwachsene Klavierstudenten zum Unterricht zu uns eingeladen. Ich denke, dass dieser starke Einfluss der Musik natürlich auch meine Neugier geweckt hat, und dass ich vielleicht als Kind dachte, dass es normal sei und dass jeder Mensch auf der Welt Klavier spielt.

MZ» Du hast bereits mit fünf Jahren die ersten Melodien und Stücke am Klavier gespielt. Gab es vorher schon erste Übungen, z.B. Tonleiterübungen, am Klavier?
Olga» Die bessere Ansprechpartnerin für diese Frage ist bestimmt meine Mama, ich erinnere mich kaum noch daran, wie ich Klavier gelernt habe, als ich fünf war. Ich weiß nur noch, dass ich selten Tonleitern gespielt habe. Meine Mutter hat damals gesagt, ich solle mich „warmspielen“ mit den Stücken, die ich gerade übe. Ich finde das bis heute sinnvoll, und spiele kaum Tonleitern. Ich finde eine Tonleiter musikalisch auch nicht wirklich spannend, muss ich sagen 😉

MZ» Wie alt warst du, als du mit deiner Familie nach Deutschland gekommen bist und wo habt ihr euch damals niedergelassen?
Olga» Als ich sechs Jahre alt war, haben meine Eltern ihr altes Leben in Moskau zurückgelassen und sind nach Deutschland gezogen. Zuerst haben sie sich in Wuppertal niedergelassen, dort bin ich wenige Monate nach der Ankunft eingeschult worden. Mein Vater hat einige Zeit später angefangen, als Professor für Klavier an der Musikhochschule in Rostock zu arbeiten. Meine Eltern wollten uns Kindern wohl einen erneuten Umzug ersparen und so ist mein Vater jahrelang gependelt. Heute arbeitet er an der Musikhochschule Köln, Abteilung Aachen. Ich bin in Wuppertal zur Schule gegangen und bin danach nach Köln gezogen und habe an der Musikhochschule Köln studiert. Meine Eltern sind vor einigen Jahren auch nach Köln umgezogen.

MZ» Konnte deine Familie beim Übersiedeln das Klavier mitnehmen, oder musstet ihr in Deutschland musikalisch einen totalen Neuanfang starten?
Olga» Den Flügel mussten sie dort lassen. Für meine Eltern war es ein totaler Neuanfang. Mein Papa ist in den 80er Jahren schon einige Male in Deutschland gewesen und ist hier aufgetreten. Er hat uns damals Spielsachen und Süßigkeiten aus Deutschland mitgebracht und daran kann ich mich noch erinnern: Meine Schwester und ich haben die Verpackungen von Gummibärchen wie exotische Schätze aufbewahrt, weil es diese Produkte damals in Russland nicht gab. Die waren so anders, das Material und der Geschmack. Daran muss ich manchmal heute noch denken, wenn ich mir irgendwo am Flughafen oder am Bahnhof meine Gummibärchen hole.
Über diesen Neuanfang können meine Eltern aber sicher besser erzählen als ich, ich war damals noch zu jung und erinnere mich an vieles nicht mehr. Wir reden auch selten darüber.

MZ» Gibt es neben dem Klavier noch andere Instrumente, die du gelernt hast?
Olga» Ja, ich spiele noch ein bisschen Gitarre und kann nicht besonders gut Akkordeon spielen. Ein Freund von mir, der in einigen Rockbands spielt, hat mir gezeigt, wie man Schlagzeug spielt, und das fand ich super. Es hat Spaß gemacht, andere Instrumente auszuprobieren, aber im Moment konzentriere ich mich auf das Klavier. Und auf dem Klavier kann man andere Instrumente gut imitieren, das Schlagzeug, die Gitarre und sogar eine Harfe.

MZ»  War für dich von Beginn an klar, dass du Berufsmusikerin werden möchtest?

Olga_Scheps (c) Uwe Arens
Olga_Scheps (c) Uwe Arens

Olga» Ich habe schon früh Konzerte gespielt und erkannt, dass ich dabei nicht nur Spaß habe, sondern damit auch Geld verdienen kann. Ich habe zum Beispiel nach meinem 1. Platz bei „Jugend musiziert“ mehrere Einladungen bekommen aufzutreten. Damals war ich um die 15 Jahre alt. Von meinem ersten Konzert-Honorar habe ich mir einen Game Boy gekauft, den habe ich bis heute. Ich fand dieses Gefühl damals großartig, es geschafft zu haben, mir einen großen Wunsch selber erfüllen zu können und dabei etwas gemacht zu haben, was mir Spaß macht. Ich musste natürlich diszipliniert sein und mich anstrengen, aber am Ende nach dem vielen Üben war es einfach ein gutes Gefühl. Die meisten Einladungen habe ich bekommen, weil mich irgendwo jemand gehört hat, mich jemand jemandem empfohlen hat. Mein Publikum ist somit stetig gewachsen. Mir gefällt diese stetige Entwicklung, weil ich genauso stetig daran arbeite am Klavier besser zu werden. Ich hatte nie einen wirklichen „Durchbruch“, sondern arbeite einfach immer weiter daran mich am Klavier zu verbessern. So eine Art der Arbeit passt zu mir. Natürlich hatte ich auch Phasen, in denen ich meine Berufswahl in Frage gestellt habe, wie jeder andere Mensch auch. Ich habe in der Schulzeit darüber nachgedacht, Jura zu studieren, weil es mich auch sehr interessiert hat. Es hat mich aber dann doch mehr gereizt, Musik zu studieren.

MZ» Mit 16 Jahren hast du als Jungstudentin an der Musikhochschule Köln dein Studium bei Prof. Pavel Gililov begonnen, welches du auch mit Auszeichnung abgeschlossen hast. Was war für dich das besondere an Pavel Gililov und seiner Lehre?
Olga» Er ist ein wunderbarer Lehrer, hat ein enormes Wissen. Jede Stunde bei ihm war eine Bereicherung an Wissen und eine Anleitung zum Weiterlernen. Dazu ist er ein sehr freundlicher und hilfsbereiter Mensch, der bei Fragen immer für seine Studenten da ist. Er hat vor einigen Jahren die Musikhochschule Köln verlassen und ist an das Mozarteum Salzburg gegangen. Es ist natürlich ein großer Verlust für die Musikhochschule Köln.

MZ» Wie lange hast du an der Hochschule in Köln studiert?
Olga» Oh ich habe sehr lange studiert, ich könnte schon Hausmeister an der Hochschule werden;) Ich habe mit 16 mit dem Jungstudium begonnen, das lief parallel zur normalen Schule. Und abgeschlossen habe ich über zehn Jahre später. Ich habe an mein Diplom noch das Konzertexamen angehängt.

MZ» Welche Musiker/Lehrer haben dich während deines Studiums bzw. bei deinen weiteren Lehrern stilistisch am meisten geprägt bzw. besonders inspiriert?
Olga» Ich denke, ich bin von vielen verschiedenen Musikern und Lehrern beeinflusst worden. Wenn es um Pianisten geht, waren die ersten Aufnahmen, die ich als Kind gehört habe, Aufnahmen von Evgeny Kissin. Später entdeckte ich András Schiff und war von seinem Spiel sehr fasziniert. Murray Perahia spielt unglaublich toll, ich liebe seine Bach-Aufnahmen. Andere Pianisten, die ich gerne höre, sind Grigory Sokolov, Emil Gilels und Daniiel Trifonov. Ich höre außer klassischer Musik viel Hip-Hop, manche Pop-Musik und die vielen anderen Musikrichtungen, die es so gibt. Ich lasse mich generell gerne inspirieren von Musik, Filmen, Kunst und Büchern. Die Lehrer, die mich am meisten beeinflusst und inspiriert haben, sind ganz klar meine Eltern und Herr Prof. Gililov.

MZ» In jeder Branche, in jedem Metier gibt es Vorbilder. Gibt es für dich, was deinen persönlichen musikalischen Weg anbetrifft, auch so etwas wie ein besonderes Vorbild?
Olga» Ich denke, in sehr vielem sind meine größten Vorbilder meine Eltern und meine Oma. Sie haben mir viele Werte vermittelt, die heute für mich wichtig sind. Sie sind alle sehr hilfsbereite, fleißige und liebevolle Menschen, die in jeder Lebenssituation ihren Humor bewahrt haben.

Olga Scheps (c) Uwe Arens
Olga Scheps (c) Uwe Arens


MZ» Im Gegensatz zu anderen Instrumantalisten, die ihr eigenes Instrument mitbringen können, spielst du an fremden Instrumenten. Gibt es für dich auch so etwas wie ein Einspielritual am Ort deines Konzertes oder wie bereitest du dich persönlich am Konzertort vor?

Olga» Ich komme am Tag eines Auftritts immer einige Stunden früher in den Saal und spiele zwei, drei Stunden auf dem Flügel, um mich daran zu gewöhnen und herauszufinden, welche Eigenschaften er hat, wie er auf was reagiert. Ich bin bei diesem Thema eigentlich sehr anpassungsfähig.

MZ» Wie viele Konzerte gibst du im Jahr und wie viele davon sind „Solokonzerte“?
Olga» Unterschiedlich, letztes Jahr waren es um die 60, genauer habe ich nicht gezählt. Ich schätze, die Hälfte davon waren Auftritte mit Orchestern. Ansonsten schaue ich, wie viele Klavierkonzerte ich schaffen kann, ich lerne zwar sehr schnell, versuche aber trotzdem auszuwählen, was ich zusage, damit ich genug Zeit habe zu üben und auch neue Stücke zu lernen, zu verinnerlichen, Klavierkonzerte, Solowerke und Kammermusik.

MZ» Spielst du ausschließlich Konzerte oder hast du auch die Gelegenheit Schüler/-innen oder Student/-innen zu unterrichten?
Olga» Ich unterrichte sehr gerne, ich habe vor zwei Jahren einen Meisterkurs für Studenten in Passau gegeben, und letztes Jahr in Rumänien, an der Musikhochschule in Cluj. Ich werde in der Zukunft auch wieder Unterrichten, es macht mir Spaß.

MZ» Olga, meistens frage ich meine Interviewpartner/-innen danach, welchen Hersteller sie wählen würden, wenn sie sich ein Instrument aussuchen dürften. Die Frage erübrigt sich sicherlich bei einem Steinway Artist. Aber, wenn der Trend zum Zweitflügel ginge, welcher Hersteller hätte bei dir eine Chance?
Olga» Ich spiele am liebsten Steinway. Natürlich gibt es auch schöne Instrumente von anderen Marken, ich verkaufe zum Beispiel gerade meinen Yamaha, auf dem ich jahrelang geübt habe. Diesen Flügel hatte ich immer sehr gerne, es ist ein schönes, feines Instrument. Zuhause habe ich einen upright Schimmel. Mein Schimmel ist für zuhause ganz toll, weil er schön klingt und extrem leise ist. Die Nachbarn hören es nicht. Manchmal lerne ich daran neue Texte. Aber zum richtigen Üben, für Aufnahmen und Konzerte bevorzuge ich Steinway. Deshalb kommt in meinen Proberaum jetzt anstelle des Yamahas ein Steinway.

MZ» Ich habe schon ganz spannende Geschichten gehört, wie Musiker zu ihrem Instrument gekommen sind. Auch gehe ich davon aus, dass du zu Hause einen Flügel dein eigen nennen kannst. Erzähl uns doch ein wenig über dein Instrument. (Größe, Modell, wie kam es in die Wohnung, oder musstest du die Wohnung nach der Flügelgröße auswählen?
Olga» Mein Steinway kommt gerade in dieser Woche zu mir in den Proberaum, es ist ein schöner Steinway B, gebaut in den 90ern. Ich muss aber sagen, dass mir der Abschied von meinem Yamaha schwer fällt, ich habe daran geübt, seit ich 8 Jahre alt bin. Man „erlebt“ und „durchlebt“ ja so vieles zusammen, und es ist wirklich ein tolles, besonderes Instrument. Ich freue mich gleichzeitig auf den Steinway und bin gespannt darauf. Eigentlich ist das ein unendlich langes Thema, weil doch jedes Instrument individuell ist, egal von welcher Marke. Es kommt auch darauf an, was man spielen möchte.

MZ» In einem anderen Interview habe ich gelesen, dass du eine gute Nachbarin bist und deinen Nachbarn keine Musik aufzwingst. Wie weit hast du es von deiner Wohnung bis zu deinem Proberaum in der Nähe des Eigelsteins?
Olga» Mein Proberaum ist ganz nah, wenige Gehminuten entfernt. Es war mir auch bei meinem Umzug letztes Jahr wichtig, in der Nähe meines Proberaumes zu bleiben. Ich wohne gerne zentral, und ohne diesen Proberaum wäre es für mich schwierig. Ja, ich denke, ich bin eine nette Nachbarin, weil ich das einfach sehr gut verstehen kann, wenn man zuhause seine Ruhe haben möchte. Ich bin selber so, ich arbeite viel, bin oft unterwegs und zuhause möchte ich einfach zur Ruhe kommen. Die Lautstärke eines Flügels sollte man auch nicht unterschätzen, ein Flügel füllt einen Saal mit bis zu 3.000 Menschen mit Klang, ohne Verstärker. Eine Box in einem Club hat eine vergleichbare Lautstärke. Das hat mit dem netten, leisen Klavierspielen an einem upright Klavier nichts zu tun. Daher der Proberaum, da habe ich auch nicht das Gefühl, dass ich jemanden nerve und kann mich ohne schlechtes Gewissen ganz auf die Musik konzentrieren. Zuhause an meinem kleinen Schimmel upright Klavier spiele ich sehr selten, und wenn dann tagsüber wenn eh alle im Büro sind, und mit dem dämpfenden mittleren Pedal.

MZ» Du kennst den Spruch: „man muss für die Karriere manchmal zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sein“.
Gab es für dich einen solchen Moment und wenn ja, verrätst du uns diesen Moment?
Olga» Ich finde, das ist eine fast schon philosophische Frage. Was ist schon richtig, und was wäre wenn, und wäre es dann richtiger? Keine Ahnung. Ich bin glücklich damit, wie es ist, auch wenn es bei mir, wie vermutlich bei jedem Menschen, Höhen und Tiefen gab.

MZ» Für dein Album „Chopin“ hast du den ECHO Klassik in der Kategorie „Newcomerin des Jahres“ erhalten. Für mich als Darmstädter fällt mir hier die Frage ein: Kennst du die Chopin Gesellschaft der Bundesrepublick Deutschland und wenn ja, hast du dort in der Vergangenheit schon einmal gespielt?
Olga» Ich kenne sie natürlich, habe dort noch nicht gespielt. Vielleicht ergibt es sich in der Zukunft, das würde mich freuen.

MZ» Kennst du die Möglichkeit, zu Hause am Flügel ein Konzert zu geben, dieses ins Internet zu übertragen und dafür auch Eintritt zu nehmen?
Olga» Ja, es ist schon abgefahren, dass man mittlerweile eigentlich alles ins Internet live übertragen kann. Ich habe das bisher noch nicht gemacht. Dabei bin ich eine von diesen Menschen, die ständig ins Handy schaut. Ich weiß, dass diese Entwicklung, dass so viele permanent aufs Handy starren, manchen zuwider ist, das kann ich in vielen Situationen nachvollziehen. Ich muss aber sagen, dass es bei meinen Reisen ziemlich gut für mich ist. Das Klischee des einsamen Künstlers kommt aus der Zeit, in der es das alles noch nicht gab. Als mein Vater zu Zeiten der Sowjetunion gereist ist, konnte man höchstens alle paar Tage telefonieren. Dazu musste man sich verbinden lassen, auf einen Rückruf warten, und als es dann soweit war, stand mein Vater irgendwo in einer Telefonzelle, hat ein Vermögen an ausländischen Münzen ins Telefon geworfen, und man musste sehr laut sprechen, weil man kaum etwas gehört hat. Meine Mutter hat bis heute manchmal die Angewohnheit ins Telefon zu schreien, wenn ich ganz weit weg bin. Ich sage dann immer: „Mama, ich höre dich sehr gut du musst nicht so laut reden.“ Heutzutage bin ich ständig mit meiner Familie und meinen Freunden in Kontakt, egal ob ich am Flughafen oder im Hotel bin, egal in welchem Land. Das finde ich super und dann fühle ich mich auch nicht alleine. Ein Konzert live zu übertragen ist natürlich etwas Anderes, darüber habe ich noch nicht nachgedacht. Vielleicht mache ich das irgendwann. Wobei das meiner Meinung nach niemals das Erlebnis wirklich ersetzen kann, im Saal zu sein, und das Ganze in echt mitzubekommen.

MZ» Bleibt bei deinen vielen Konzertreisen aktuell noch Zeit für neue/weitere CD Projekte? Wenn ja, was dürfen deine Fans als nächste CD von dir erwarten?
Olga» Die nächste CD ist in Planung für dieses Jahr, mehr darf ich leider noch nicht verraten.

MZ» Würdest du gerne mit anderen Musikern ein neues Projekt starten wollen, wenn ja, was wären deine Vorstellungen?
Olga» Ja, ich spiele zum Beispiel im Herbst zusammen mit dem Quatuor Danel Klavierquintette von Schostakowitsch und Weinberg. Wir haben vor etwa zwei Jahren beim Luzerner Zaubersee Festival zum ersten Mal zusammen gespielt und ich freue mich sehr, dass wir wieder auftreten werden. Auch auf das Programm freue ich mich sehr!

MZ» Arrangierst bzw. interpretierst du bestehende Werke?
Olga» Ein Werk auf meine Art zu interpretieren ist eine meiner Hauptaufgaben am Klavier. Ich beschäftige mich sehr viel damit. Man kann ein Werk auf sehr viele verschiedene Arten interpretieren, selbst dann, wenn es ganz genaue Vorgaben vom Komponisten gibt. Und mir darüber Gedanken zu machen, finde ich sehr interessant.

MZ» Spielst du manchmal auch Pop Songs oder etwas Jazziges?
Olga» Ich spiele manchmal einfach so vor mich hin, da spiele ich auch Melodien, die ich irgendwo gehört habe ohne darüber nachzudenken, welche Musikrichtung es ist. Ich unterteile das nicht so gerne. Für mich gibt es Musik, die mir gefällt und Musik, die mir nicht gefällt, das ist eigentlich die einzige für mich relevante Einteilung. Und das, was mir gefällt, spiele ich auch gerne. Es gibt so viel gute Musik, es ist eher eine Zeitfrage, ich schaffe es leider zeitlich nicht alles zu spielen, was ich mag.

MZ» Stelle dir vor, du hast den Auftrag, Musik für einen Film zu komponieren: Für welches Film-Genre würdest du was schreiben wollen/können?
Olga» Oh, das ist eine sehr schwere Frage, weil ich sehr gerne Filme gucke und viele ganz toll finde. Ich denke da genauso wie bei Musikrichtungen, es gibt Filme, die mir gefallen, und welche, die mir nicht gefallen.


Noch ein paar Fragen zu „Olga ganz privat“:

MZ» Was waren deine Stärken in der Schule und welches Fach mochtest du so gar nicht?
Olga» Hm, ich war ganz gut in Deutsch und Englisch, das mochte ich auch gerne. Ansonsten hängt – denke ich – ganz viel vom Lehrer ab. Ich habe es schon mal geschafft, in Musik eine 5 zu bekommen, da ging es um Inhalte von Musik und ich wollte mich nicht ohne zu hinterfragen an die Vorgaben des Lehrers halten, das hat ihm nicht gefallen. Ab und zu gab es eine 1 in Mathe, das war aber selten. Schule war eben Schule, eigentlich fällt mir nichts ein, was ich nicht mochte. Mir fallen Lehrer ein, die ich mochte oder nicht mochte. Manche konnten die Klasse für Dinge begeistern, konnten gut erklären und manche eben gar nicht, und dann hat man auch irgendwie das Interesse an dem Fach verloren.

MZ» Gibt es für dich einen Lieblingsfilm und wenn ja, hat er mit Filmmusik zu tun?
Olga» Ich habe viele Lieblingsfilme. Die Musik ist schon sehr wichtig bei einem Film. Beim Lesen der Frage wird mir bewusst, dass die Filme, die ich super finde, auch sehr gute Filmmusik haben. Die Beispiele, die mir da direkt in den Sinn kommen, sind: „Dark Night“, „Der Pate“ oder „Ziemlich beste Freunde“.

MZ» Was ist dein Lieblingsessen und trinkst du selber lieber Sekt oder Selters?
Olga» Ich reise viel und das Schöne daran ist, dass ich viele neue leckere Sachen probieren kann in verschiedenen Ländern. Gerade komme ich aus Spanien und habe dort so einen leckeren Tintenfisch gegessen mit Kartoffeln, also im Moment ist das mein Lieblingsgericht. Dazu trinke ich gerne einen Rioja. Ansonsten trinke ich nicht so gerne Alkohol, ich bin eine Tee-Trinkerin.

MZ» Bleibt neben der vielen Musik noch Zeit für einen Lieblingssport, wenn ja welcher?
Olga» Klavierspielen hat einen sportlichen Aspekt, ansonsten mache ich meine Fitnessübungen, die mir eine Fitness-Trainerin gezeigt hat, für die ich nicht extra ins Fitnessstudio muss. Die kann ich auch im Hotel machen. Fahrrad fahre ich total gerne aber nur im Sommer, weil mir sonst der Gegenwind zu kalt wird. Überhaupt bin ich im Moment am liebsten zuhause im Warmen und koche. Also kann man im Moment sagen, mein Lieblingssport ist Essen. 😉

Das Interview führte Thomas Nolte (Redaktion Musik)

(C) Thomas Nolte - Olga Scheps

Weitere Informationen

Webseite Olga Scheps: http://www.olgascheps.de/
YouTube: http://www.youtube.com/user/olgaschepsofficial
Facebook: http://www.facebook.com/olgascheps
Spotify: https://open.spotify.com/artist/07Nqz7k5QdR10iuTJkd6Mp
iTunes: https://itunes.apple.com/de/artist/olga-scheps/id344768545
Amazon: http://amzn.to/2kOFnKc
Olga Scheps in concert: http://www.olgascheps.de/Konzerte.10.0.html

 

Nachweise

Quelle Fotos: http://kaechartists.com (C) Uwe Arens

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