Eltern sollten bei ihren Kindern stets sorgfältig auf gutes Hören achten

(djd). Vor allem Eltern kleinerer Kinder können ein Lied davon singen: Kaum ist der eine Schnupfen abgeklungen, steht schon der nächste Infekt ins Haus. Zwar ist eine Erkältung meist harmlos. Doch gerade bei den Jüngsten sollte man aufmerksam sein, vor allem, was die Ohren angeht. Denn Infektionen gehören zu den häufigsten Auslösern erworbener Hörminderungen.

 

Kinderohren brauchen Schutz

Bei Kindern haben Viren und Bakterien leichtes Spiel. Ihr Immunsystem muss sich erst entwickeln – acht bis zwölf Infekte pro Jahr gelten als normal. Dass im Rahmen von Erkältungskrankheiten die Ohren häufig in Mitleidenschaft gezogen werden, liegt aber auch an den anatomischen Besonderheiten. „Bei Kindern ist, anders als bei Erwachsenen, die Verbindung zwischen Nasen- und Rachenraum kürzer. So können Bakterien schneller ins Mittelohr aufsteigen“, erklärt Marco Faltus, Leiter der Abteilung Audiologie des Schweizer Hörgeräte-Herstellers Phonak. „Schwellen die Schleimhäute im Nasen-Rachenraum an, kann Sekret unter Umständen nicht vollständig abfließen.“ Verfestigt sich das Sekret, sprechen HNO-Ärzte von einem Paukenerguss, der das Hören beeinträchtigt. Eine weitere Gefahr: Sekret, das nicht abfließen kann, bietet Erregern von Mittelohrentzündungen einen Nährboden. Wird diese nicht erkannt, besteht die Gefahr, dass die Hörsinneszellen geschädigt werden.

 

Lieber einmal öfter zum Arzt

Wenn Kinder verzögert auf Ansprache reagieren, ihr Hörspiel lauter stellen oder bestimmte Buchstaben beim Sprechen plötzlich „verschlucken“, sollte der HNO-Arzt aufgesucht werden. Ein Paukenerguss lässt sich meist medikamentös, in hartnäckigen Fällen auch durch eine kleine OP entfernen. Normalerweise kommt das Hörvermögen umgehend zurück. Bleibt eine Hörminderung bestehen, sollte über ein Hörgerät beraten werden, denn nur über gutes Hören kann auch der Spracherwerb erfolgen. Kinder mit einer nicht versorgten Schwerhörigkeit haben nachweislich nicht nur Probleme, Wörter richtig zu verstehen und auszusprechen – das gesamte Lernen, die Konzentration und auch das soziale Miteinander werden beeinträchtigt.
Weil Kinder keine kleinen Erwachsenen sind, gibt es für sie spezielle Hörgeräte. Modelle wie etwa „Phonak Sky“ sind robust, leicht zu bedienen und in vielen Lieblingsfarben erhältlich. Angepasst werden sie idealerweise von Hörakustikern, die auf Kinderohren spezialisiert sind – sogenannte Pädakustiker. Unter www.phonak.de gibt es weitere Informationen sowie eine Adressliste qualifizierter Akustiker.

 

Was Kinderohren bei häufigen Erkältungen helfen kann

Eine Mittelohrentzündung ist gerade bei sehr kleinen Kindern oft schwer festzustellen. Sie können noch nicht zeigen, wo es weh tut, sind oft nur quengelig und entwickeln Fieber. Hier muss der Arzt schauen, wie es den Ohren geht.

 

4 Tipps, um bei Erkältungen das Gehör zu schützen

abschwellende Nasentropfen verwenden
– an die frische Luft gehen, um die Schleimhäute feucht zu halten
viel trinken, am besten Wasser
– mit einer Kochsalzlösung inhalieren

Weitere Informationen zum kindlichen Hören gibt es hier. Einen Online-Hörtest gibt es hier.

 

 

BU: Hörst du auch die leisen Töne? Eltern sollten das Hörvermögen ihrer Kinder aufmerksam beobachten.
Fotos: djd/Phonak/Getty Images/Neustockimages