Lewis Hamilton gewinnt den Großen Preis von Deutschland 22.Juli 2018

 

(Hockenheim) Der Grand Prix von Deutschland, nach zweijähriger Pause wieder auf dem Hockenheimring ausgerichtet, war eine perfekt organisierte, unterhaltsame Riesenveranstaltung. Eigentlicher Magnet war die Faszination extremer Geschwindigkeit, das Wiedersehen mit bekannten Rennsportprofis und deren Leistung auf der Piste, die Begegnung mit immer schnelleren, immer windschnittigeren Rennwagen, die bis zu 370 Stundenkilometern erreichen können. Immerhin schrieb selbst die Fédération Internationale de l´Automobile, dieses Jahr biete die „einzigartige Gelegenheit, zu sehen, was die neusten Formel 1-Wagen auf der 4,574 Kilometer langen Hockenheimer Strecke bei 67 Runden leisten können. Vom Freien Training am Freitag über die Qualifikationsrennen am Samstag bis zum eigentlichen Wettbewerb am Sonntag ließ die Faszination nicht nach. Der Hockenheimring war ausverkauft, 80 000 Zuschauer aus mehreren Nationen – besonders aus Holland und den britischen Inseln – kamen. Viele Kinder ab dem Grundschulalter waren dabei – womöglich die Rennsportelite von morgen? Auch Sebastian Vettel hat als Dreieinhalbjähriger mit dem Cart-Fahren begonnen.

Am Freitag Hitze bis 36 Grad – aber die Fans hielten stand, besuchten das Motorsportmuseum, bummelten durch die allgemeine Besucherzone, bestaunten Formel 1-Wagen aus der Nähe, ließen technische Details auf sich wirken, DJs legten auf. Beliebt war „Boxenstopp für Gäste“, umlagert die Rennsportsimulatoren. Rennreifen anschrauben auf Zeit in gegnerischen Teams machte echt Spaß. Geladene Gäste konnten durch die eindrucksvolle Boxengasse bummeln: links, vor den eigentlichen Garagen Riesentrucks mit Ersatzreifen und anderem Zubehör, rechts zweistöckige Wagen in den Symbolfarben der Hersteller und Sponsoren, zugleich Ruhezone der Fahrer und Bewirtungsmeile für Gäste. Besonders eindrucksvoll das Red Bull-Gefährt auf Stützen.

 

 

Moderatoren befragten Rennsportexperten und Rennfahrer, VIP-Gäste hörten interessiert zu. Der Weltmeister Nico Rosberg, jetzt RTL-Moderator mit dem Themenschwerpunkt Formel 1, gab freundlich Autogramme, war von Kindern umlagert. In besonders lebhaftem Gespräch war der fünffache DTM-Champion Bernd Schneider. Ehemalige Weltmeister wie Jacques Villeneuve oder David Coulthard schlenderten neben Rappern wie Marteria oder Samy Deluxe. VIP-Gäste konnten sich ans Steuer der schnellen Wagen setzen mit einem der Instrukteure an der Seite, ausprobieren, wie es sich anfühlt, einen Aston Martin oder Mercedes-Rennwagen zu fahren, zum Teil sogar auf der Rennstrecke. Nationalspieler Joshua Kimmich etwa ließ sich diese Chance nicht entgehen.

Noch spannender wurde es an den Folgetagen. Samstags gab es Rennen der Formel 1, der Formel 2, des Porsche-Cup, die sich in den Sonntagmorgen hinzogen. Im Support-Programm waren BOSS GP, ADAC Formel4 und Porsche Mobil1 Supercup dabei. Abends wurde in der Stadt, auf dem Campingplatz gefeiert, open air -Partys waren angesagt.

Sonntags gab es Staus auf der Autobahn, die Besucherränge waren lückenlos besetzt. Glückliche mit VIP- und Gästetickets konnten in der Boxengasse hautnah die Rennsportvorbereitungen der Mechatroniker erleben. Popsängerin Mandy Capristo sang die Nationalhymne. Die Fahrer, stilvoll in in Oldtimern platziert, umrundeten die Stecke und winkten den Fans. Der Beifall schwoll an, als Sebastian Vettel dicht an der Bande vorbeifuhr, die Fans tobten. Alles schien auf seinen Sieg hinzudeuten. Obwohl er sich in Runde 26 hatte neue Reifen aufziehen lassen, lag er nach zwölf weiteren Runden wieder auf Platz 1. Dann begann es zu regnen, ein rutschiger Film aus Nässe und Staub bildete sich auf der Strecke und 15 Runden vor dem Ziel passierte es: Vettel bremste möglicherweise etwas zu spät, die Hinterräder blockierten und sein roter Wagen rutschte von der Strecke auf eine Kiesfläche und dann in die Streckenbegrenzung. Vettel-Fans waren in Verzweiflung: Lewis Hamilton, auf Platz 14 gestartet, verließ als Sieger das Rennen. Als einziger Deutscher in den Toprängen erreichte Nico Hülkenberg Platz 5, für ihn ein gutes Ergebnis! Dann Wetterdrama: Blitz, Donner, Starkregen, bald stand das Wasser anderthalb Meter hoch in den Unterführungen, die Shuttlebusse konnten nicht mehr fahren, Besucher mussten zum Teil über die Rennstrecke, um zu den Ausgängen und ihren Autos zu kommen.

Sind die Grand Prix-Tage in Hockenheim tatsächlich gezählt? Der Baden-Württembergische Innenminister Thomas Strobl, ebenfalls Gast bei dieser Veranstaltung, will sich weiter für Hockenheim als Austragungsort großer nationaler Rennen einsetzen.

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