Bauherren sollten mit dem Thema Gewährleistung umsichtig umgehen

(djd). Es ist geschafft: Die Übergabe ist erfolgt und der Umzug ins neue Traumhaus steht vor der Tür. In den meisten Fällen gibt es für die Hausbaufirma jedoch noch kleinere Restarbeiten zu erledigen und bei der Abnahme protokollierte Mängel zu beheben, die der Abnahme an sich nicht entgegenstanden. Bauherren sollten beachten, dass sie hier auch eine gewisse Mitwirkungspflicht haben und den Handwerkern Termine zur Verfügung stellen sowie die Zugänglichkeit zu den zu beseitigenden Mängeln gewährleisten müssen.

Gewährleistung um Bürgschaft ergänzen

Generell sollte man davon ausgehen, dass das neue Haus fehlerfrei gebaut wurde. Um künftige Schäden zu vermeiden, müssen die Bewohner jetzt Maßnahmen ergreifen. Gerade bei Neubauten ist nach dem Einzug richtiges Lüften unabdingbar, damit die im Haus befindliche Baufeuchte nach draußen gelangt und Schimmelbefall vermieden wird. Aufgrund von Verarbeitungsfehlern können allerdings auch Schäden entstehen, die erst später zum Vorschein kommen. Jetzt kommt es darauf an, richtig mit dem Thema Gewährleistung umzugehen. „Der Bauherr sollte im Bauvertrag auf eine Gewährleistungsfrist von mindestens fünf Jahren bestanden haben“, erklärt Florian Haas, Vorsitzender der Schutzgemeinschaft für Baufinanzierende e.V. Diese Gewährleistung stehe dem Bauherrn auch gesetzlich zu und begründet seinen Anspruch auf Mangelbeseitigung. Doch leider komme es immer wieder vor, dass das Bauunternehmen in der Zwischenzeit Insolvenz anmelden musste.

„Für diesen Fall sollte der Bauherr unbedingt eine Bürgschaft zur Absicherung der Gewährleistungsansprüche mit in den Vertrag einbeziehen, damit er auch dann noch abgesichert ist und die Kosten nicht selbst tragen muss“, rät Florian Haas. In jedem Fall sollte man gegen Ende der Gewährleistungsfrist noch einmal besonders genau alle Räume des Hauses abgehen und dabei auch Fassade und Keller begutachten. „Das ganze Haus sollte auf eventuelle Mängel durchsucht werden. Etwaige Mängel müssten sofort angezeigt und genau beschrieben werden“, so Haas. Der Bauherr sollte Beweisfotos machen und die Mängel nicht selbst ausbessern: „Wer selbst Hand anlegt, vernichtet Beweismaterial, nimmt dem Handwerker die Möglichkeit der Nachbesserung und muss am Ende die Kosten für die Ausbesserung in jedem Fall bezahlen.“ Unter www.finanzierungsschutz.de gibt es viele weitere Tipps zu jeder Phase auf dem Weg in die eigenen vier Wände.

 

BU: Wer als Bauherr nach dem Einzug Mängel am neuen Eigenheim feststellt, muss umsichtig mit dem Thema Gewährleistung umgehen.

Foto: djd/Schutzgemeinschaft für Baufinanzierende/thx