Der Musiker wagte ein Remake im Alleingang

<Berlin> (cat). Für Marius Müller-Westernhagen erfüllt sich im nächsten Jahr sein Herzenswunsch: „Es ist ein alter Traum von mir, in Theatern und Konzerthäusern aufzutreten“, erklärte der Musiker, der im Juni und Juli 2020 sein am 8. November erscheinendes neues Album „Das Pfefferminz-Experiment“ in außergewöhnlichen Locations präsentieren wird. Mit dabei: Philharmonien, Opernhäuser und Theater als außergewöhnliche Kulisse für die Live-Shows. Begleitet wird das Album von einer Dokumentation, die kürzlich auf dem Film Festival Cologne Premiere feierte. „Das Pfefferminz-Experiment“ beobachtet Marius Müller-Westernhagen bei der Arbeit im Studio, setzt die neuen, alten Songs filmisch in Szene und lässt einige seiner Zeitgenossen zu dem damaligen Album zu Wort kommen, beispielsweise Joschka Fischer, Iris Berben, Hape Kerkeling und Jürgen Klinsmann. Gut zu wissen: Eingefleischte Fans der überwiegend rockigen Stücke können sich auf eine musikalische Überraschung gefasst machen. Auf seinem neuen Werk zeigen sich alte Titel wie „Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz“ und „Johnny Walker“ im neuen Gewand.

Der inzwischen 70-jährige Müller-Westernhagen hat sich das Album noch mal vorgenommen. In einer alten Holzkirche bei Woodstock im US-Bundesstaat New York hat er den zehn Songs neue Arrangements und Instrumentalisierung verpasst. Witzig: Die Idee für eine Neueinspielung fand der Künstler zunächst „vollkommen idiotisch“, wie er der Deutschen Presse-Agentur in Berlin sagte. Immerhin hatte Westernhagen zwei Drittel der Stücke seit Jahrzehnten nicht mehr gespielt. Zudem konnte sich der Musiker als junger Mann selbst nicht erklären, warum er die Songs so geschrieben habe. „Das war jetzt für mich der Reiz.“ Ein zweiter Anlauf sollte her, „wenn ich die richtigen Musiker dazu finde, das richtige Studio, den richtigen Raum für einen neuen Versuch“, so Marius, der das Experiment übrigens ohne seine Plattenfirma wagte. „Ihr habt damit gar nichts zu tun, ihr kriegt das Album, wenn es rauskommt“, sagte der Künstler dem Label. Dort sei dann auch der Name für das Album auf Skepsis gestoßen. Experiment bedeutet schließlich, dass es schief gehen und Westernhagen unsicher sein könne. Die Antwort des Satirikers lautete: „Das ist mir doch scheißegal!“

 

 

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