„Peace for Peace“ – Your Voice for Children 18.06.2017

Es war ein Festival der Superlative bei strahlendem Sonnenschein in der Berliner Waldbühne.

Zum zweiten Mal organisierten Fetsum Sebhat und Tedros Tewelde „Peace for Peace – Your voice for Children“ ( P x P). Das Benefizkonzert mit Großen des Showbusiness hat eine spezielle Zielgruppe: Kinder, die in Kriegs- oder Hungergebieten leben oder auf der Flucht sind. So fließen die Einkünfte des Festivals dem Kinderhilfswerks UNICEF, aber auch deutschen Hilfsprojekten zu, die vom Veranstalter P x P Embassy e. V. ausgewählt werden. Fetsum Sebhats Einsatz ist kein Zufall. Er wurde in Ägypten als Sohn eritreischer Revolutionskämpfer geboren, die dort vor dem Nichts standen und ihr Leben neu aufbauen mussten. Die Familie musste weiter nach Italien fliehen, dann nach Deutschland. Fetsum entwickelte sich hier zum geschätzten Soulsänger, der Elemente von Roots-Reggae, Folk und Blues in seine Musik einbaut. Tedros Tewelde, international vernetzter Manager, steht ihm bei P x P zur Seite. Schon 2016 gelang es, bei beim ersten Festival fast eine halbe Million für die Hilfswerke zusammen zu bringen. Das könnte 2017 vielleicht noch getoppt werden. Hadnet Tesfai, charmante Moderatorin, konnte 22 000 Besucher fast aller Generationen aus dem ganzen deutschsprachigen Raum begrüßen. Zudem gelang es, Stars zu gewinnen, die man getrost zur „A-Liga der Musik- und Festivalszene Europas“ zählen kann. Sie alle verzichteten auf ihre Gage und so kam ein fast sechsstündiges Line Up der Sonderklasse zusammen, das zeitversetzt von Arte und verschiedenen Radiosendern übertragen wurde.

 

Ein straffer Zeitplan musste eingehalten werden, jeder Star hatte etwa eine Viertelstunde Zeit. „Egal, was Du machst…“ – Estikay, Deutsch-Rapper aus Hamburg, ließ sich als erster hören. P x P gab auch Newcomern eine Chance, die noch nie auf der Waldbühne standen, so etwa Alina, der „Deutschen Adele“. Auch Larey rückte ins Rampenlicht – letztes Jahr hier Sängerin, jetzt Backstage-Moderatorin. Locker brachte sie die Stars ins Gespräch, das Publikum erlebte sie als „Menschen wie du und ich“. Treffend getextete Lieder mit Berliner Schnauze brachten „Großstadtgeflüster“, bei „Ich muss gar nichts“ rissen sie die Zuhörer von den Sitzen. Das bringt vielleicht nur Fetsum fertig: als „P x P All Stars“ folgte ein bekanntes Gesicht dem andern. „Lasst uns ein Zeichen der Liebe nach draußen schicken“ fordere Reggae-Größe Dellé auf. Andreas Bourani kam mit hinreißenden Soul Pop- Balladen, Yvonne Catterfeld, Sängerin und Schauspielerin mit Ausstrahlung, bereitete ein Gefühlsbad. Ganz authentisch zeigte sich Johannes Oerding, Singer-Songwriter aus Hamburg. Auch Fetsum gehört zu dieser Gruppe, sein Lied „Refugee“ ging unter die Haut. Schließlich noch eine große, ausdrucksstarke Stimme mit deutschem Soul: Joy Denalane, eine der Besten dieser Sparte.

Für Hip hop-Titel, die die Menge toben ließen, waren die „Beginner“ gut. Max Herre mit seiner Band „Freundeskreis“ sang auch „Erste Liebe“ und blickte dabei seiner Frau Joy Denalane tief ins Auge – „Stars ganz nah“ sind ein Markenzeichen von P x P! Immer wieder Überraschungen: Fritz Kalkbrenner, einer der besten House-DJs der Welt, brachte sein Set. Wenn eine Menge von mehr als 22 000 in Ekstase tanzt, jubelt, lacht – das muss man erlebt haben. Das Thema Liebe stellten Samy Deluxe & Salut Salon in den Mittelpunkt. Eine ganze Menge Fans haben die Fantastischen Vier in die Waldbühne gelockt. „Hier zu sein, ist ein ganz besonderes Erlebnis für uns“ betonte der Rapper der Gruppe, Michi Beck. Jubel, Pfiffe, Beifall machten die Waldbühne, längst mit Flutlicht ausgeleuchtet, zum Hexenkessel. Herbert Grönemeyer und Balbina betraten die Bühne– Special Guests der Extraklasse. „Mensch ist Mensch“ sangen die beiden, das Publikum sang mit, die Waldbühne vibrierte. Es war fast Mitternacht, als die letzten gingen. Dieses Festival wird den Zuhörern noch lange im Gedächtnis bleiben. Alles lief reibungslos, Semmel Concerts Berlin hatten sich als fähige Organisatoren fürs Detail erwiesen.

 

 

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