Regina Ziegler: Memoiren vom Filmset

Die Produzentin arbeitete mit Legenden des deutschen Films

<Berlin> (cat). Regina Ziegler ist die erfolgreichste deutsche Filmproduzentin. Seit mehr als 40 Jahren behauptet sie sich in der Männerdomäne. Emmy, Lola und Bundesfilmpreis sind nur einige der Trophäen, die von ihrem Erfolg zeugen. Über Zieglers ungewöhnliches Leben ranken sich Geschichten, die die 73-Jährige in ihrer Autobiografie „Geht nicht gibt’s nicht“ veröffentlicht hat. Eine denkwürdige Begegnung in jungen Jahren hatte die Geschäftsfrau etwa mit Billy Wilder in Hollywood. Auf ihre Anfrage nach Zusammenarbeit wollte der Drehbuchautor das Budget wissen. „Ich hatte damals mal grade ´Ich dachte, ich wäre tot´ für 150.000 DM produziert und habe aus dem tiefsten Herzen gedacht, jetzt sage ich mal was ganz Besonderes – „Na ja, so sieben bis acht Millionen“, so Ziegler im Interview mit „Deutschlandfunk“. Wilder lachte: „Na Mädchen, da musst du ganz schön sparen, das ist das Geld, was ich und mein Team kriegen.“ Dies habe Ziegler angespornt, erfolgreich zu werden. Auch Rainer Werner Fassbinder ging bei ihr und Ehemann Wolf Gremm (2015 verstorben) ein und aus. Der wichtigste Vertreter des Neuen Deutschen Films der 1970er und 1980er Jahre sagte bei einem Abendessen kurzerhand: „Wölfchen, nächste Woche ziehe ich bei dir ein.“ Das Paar richtete daraufhin innerhalb von acht Tagen eine Wohnung in ihrem Privathaus für den hohen Gast ein. „Rainer fuhr mit seinem BMW vor und überreichte Wolf eine riesige Kiste Zigarren. Und mir brachte er einen großen weißen Eisbären von Steiff mit, den ich noch heute habe“, schilderte die Berlinerin. Auch Wolf Gremm mit dem sie bis zu seinem Krebstod sehr glücklich war, widmete die Preisträgerin ein Kapitel in ihrem Buch – fast 50 Filme produzierte das Paar zusammen.

 

 

BU: Regina Ziegler denkt noch lange nicht ans Aufhören – mindestens 100 Jahre alt möchte die Produzentin werden.
Foto: highgloss.de

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