Renate Künast: Sie twittert immer noch

Renate Künast auf der Mercedes-Benz Fashion Week bei der Neonyt Fashion Show nachhaltiger Modelabels.

„Es braucht Hornhaut auf der Seele um Social Media zu überstehen“

<Berlin> (cat). Nicht nur US-Präsident Donald Trump teilt sich gerne auf Twitter mit, auch die „Grünen“-Politikerin Renate Künast ist auf Social-Media-Kanälen zuhause. In einem „B.Z.“-Interview äußerte sich die 63-Jährige zum Ausstieg des „Grünen“-Chefs Robert Habeck aus Twitter und Facebook. „Es ist seine persönliche Entscheidung. Er hat ja erzählt, was das Tempo mit ihm macht, die Aggression und seine persönlichen Daten im Netz“, so Künast. Sie könne diesen Entschluss verstehen, persönlich sehe sie das jedoch anders, „auch wenn ich immer wieder sehe, dass unter hundert Kommentaren nur einer normal ist und der Rest Hass und Schrott“. Facebook, Twitter und Co stehen nach Meinung der Politikerin an einer Wegscheide. „Ab einer gewissen Menge an Hass und Obszönität werden sich die Leute fragen, ob sie die offene Kommunikation überhaupt noch wollen oder nur noch geschlossene Gruppen“, schlussfolgerte sie. Hasskommentare treffen nach Künasts Meinung häufig Frauen: „Da geht es unter die Gürtellinie, da geht es ums Aussehen. Da müssten endlich auch mehr Männer aufstehen und die Frauen unterstützen.“

Über 600 Leute habe die Ex-Bundeslandwirtschaftsministerin bereits geblockt. Das Thema Ernährung ist ebenfalls Renates Steckenpferd. Mit der „Frankfurter Rundschau“ sprach die Verfechterin gerechter Tierhaltung kürzlich über die Einführung „klarer rechtlicher und zeitlicher Vorgaben für eine Reduktion von Zucker, Salz und Fett in verarbeiteten Lebensmitteln“. Zudem propagiere sie den „zeitnahen Ausstieg aus den gefährlichsten Pestiziden, die Gestaltung der Digitalisierung damit sie den Bauern nutzt und die Daten nicht bei den drei Agrarchemieriesen hortet sowie eine Agrarreform, die Qualität statt Masse finanziert“. „Wir brauchen eine Ernährungswende, die wieder die gute, gesunde Ernährung der Menschen und nicht die Gewinne der Konzerne in den Mittelpunkt stellt“, forderte Künast eindringlich.

 

 

Foto: highgloss.de

Leave a Comment