„Rock am Ring 2018“ wir waren dabei!

 

(Nürburgring) „Rock am Ring“, größtes deutsches Rockfestival, Kult schon bald nach dem Startjahr 1985: die „Mittelpunkt-Zeitung“ war zum ersten Mal live dabei, am Samstag mitten unter den 80 000 Zuschauern. Während am Freitag dramatische Wetterkapriolen genervt hatten, immer wieder Schauer auf die 70 000 Besucher hinunter gegangen waren, der Wind so heftig blies, dass die zelte davonflogen, war es am Samstag trotz tiefhängender Wolken ruhig. Warmluft brachte T-Shirt-Wetter, Sommeratmosphäre baute sich auf, Rockfestival- und Jahrmarktstimmung: aus den Gondeln eines gigantischen Riesenrades ging der Blick weit über den Festplatz hinaus, Autoscooter, Fahrgeschäfte, Foodtrucks waren aufgebaut, Campingplätze verschiedener Ausstattung wurden angeboten. Unübersehbar war der hölzerne, mehrere Meter hoher Platzhirsch von „Jägermeister“, seine Körper groß genug für eine ganze Disco mit speziellen DJs, zwischen seinen Beinen eine Aussichtsplattform. Drei Bühnen, Volcano Stage, Beck´s Crater Stage und Alternastage, boten den Sängern und Bands die Auftrittsfläche. An alles hatte das Organisationsteam um Marek Lieberberg (Live-Nation) gedacht, Sicherheitskorridore neben allen Bühnen wurden freigehalten.

„Rock am Ring“ geht raus aus der Begrenzung und schrankenlos ins Weite: in einer Talkrunde im Medienzentrum stellten Lieberberg und Michael Schuld (Leiter Kommunikation und Vertriebsmarketing der Telekom Deutschland) die atemberaubenden Möglichkeiten der Streaming-Technik vor. MagentaMusik 360, das digitale Musik- und Entertainment-Angebot der Telekom, trägt Ton und Bilder des Festivals in 360-Grad-Aufnahmen zu den Interessierten draußen in der Welt. An PC, Tablet, Handy können sie die Bühnenperformance nachverfolgen. Seit etwa einem Jahr gibt es MagentaMusik. Schuld: „Bisher sahen über 100 Millionen Fans den Live-Contest von rund 85 Festival-Auftritten und Konzerten!“ Lieberberg gab zu, erst skeptisch gewesen zu sein, hat seine Einstellung geändert: „Live-Streaming bedeutet Zugang für alle, mehr Menschen werden erreicht. Groß ist die Lust, sich selbst mitten im Event zu sehen. Erinnerungen bleiben lebendig, Zuschauer können immer wieder das Festival nacherleben, Details auf der Bühne in den Fokus nehmen: das Gesicht des Sängers, den Trommelwirbel des Schlagzeugers und das Ganze in hervorragender Technik. Künstler, die noch nicht so viel Fläche haben, steigern ihren Bekanntheitsgrad. So kamen ein paar Hundert Zuschauer zu einem Fußgängerzonen-Auftritt ELIs. 40 000 waren am Live-Stream. Aus einem überschaubaren Date mit den Fans das „größte Straßenkonzert“. Und weiter: die Highlights wurden zusammengeschnitten und von 10 Millionen Fans angeschaut! ELI: „Es war unfasslich, ein riesiges Fest“ und so griff er zur Gitarre und bedankte sich mit „Change your mind“.

Am frühen Nachmittag war es noch beschaulich, doch dann füllte sich der große Platz vor der Volcano Stage immer mehr. Mit Perücken, im Hasenkostüm oder Rock-mäßig in Lederkutten mit Fransen: Dem Festival zu Ehren hatten sich viele der internationalen Besucher in vergnügt-schräges Outfit geworfen. Es gab sogar Veteranen im „Rock am Ring `95“-T-Shirt und immer voller wurde es vor den Bühnen.

Beth Ditto, hier ganz in Feuerrot, wusste mit Pop-Rock ihr Publikum zu fesseln, nahm ganz locker ein Bad in der Menge. Sie hat große Präsenz, nicht umsonst ist Karl Lagerfeld einer ihrer Fans. Vom Punk zum Indie Rock: „Kettcar“ mischten die Fans auf.

Es lohnte, von Bühne zu Bühne zu wechseln. Der Metal Rap von „Body Count feat Ice-T.“ auf der Beck´s Crater Stage wäre ohne das Stampfen, den Pogo-Tanz der Fans nicht komplett gewesen. Wild, eruptiv kam die Musik von „Shine down“.

Und wieder zurück zur großen Bühne: eine riesige Menge sammelte sich zu den Hauptacts vor der Volcano Stage. In Ekstase machte das Publikum mit. „Snow Patrol“ von den britischen Inseln brachte Alternative Rock, spielt auch sanftere Töne wie „Eyes open“ ein. Es war dunkel geworden, die Band „Muse“ wurde in Lichtkaskaden getaucht, brachte mit „Black Holes“, „Uprising“, ihrem unwiderstehlichen Beat, mit Electronica. die Menge zum Ausflippen. Bis spät in die Nacht feierten die Fans im Farbenspiel der Bühnen, im Lichterzauber des Riesenrades.

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