Rolf Zacher (†): Dschungelcamp-Kollegen trauern

Der Schauspieler verstarb plötzlich und unerwartet

<Hamburg> (cat). Für Rolf Zacher, dessen Autobiografie den Titel „Endstation Freiheit“ trägt, wurde ein Hamburger Pflegeheim zu seiner persönlichen „Endstation“: Dort verstarb der TV-Star kürzlich im Alter von 76 Jahren. Wie das „Westfalen-Blatt“ aus dem Umfeld der Familie erfuhr, war der Künstler seit etwa einem Jahr in dem Heim untergebracht. Laut Carola Blendermann, Zachers Lebensgefährtin, verlief das Hinscheiden des Mimen „friedlich“. Geboren wurde der gelernte Bäcker als Flüchtlingskind im Zweiten Weltkrieg in Berlin. Er schlug sich vor seiner Filmkarriere als Barkeeper, Sänger, Musiker oder Tänzer durch. Zacher, der in mehr als 200 deutschen Fernsehfilmen und Serien spielte, sei „der beste Kleinganove des deutschen Kinos“, so seine Kritiker einst. Der dunkelhaarige Haudegen machte sich einen Namen als Darsteller von gebrochenen, skurrilen Charakteren. Oft aber auch als Witz-Figur – natürlich mit Berliner Schnauze. Seine rauchige, unvergleichliche Stimme verlieh Zacher Hollywoodstars wie Robert de Niro und Nicolas Cage als Synchronsprecher. Dramatisch: Aus einem Rückenleiden und den ewigen Schmerzen heraus entwickelte der Schauspieler eine Heroin-Sucht. 70 (!) Entzugsversuche und mehrere Haftstrafen dauerte es, bis er clean wurde. 2016 nahm Rolf schließlich am RTL-Dschungelcamp teil und fand dort viele Freunde wie etwa Sänger Jürgen Milski. In einem Nachruf bezeichnete dieser Zacher als „Der Mensch, der mich zum Lachen und zum Weinen gebracht hatte, weil er mich so sehr an meinen toten Vater erinnerte! Der Mensch, der mir so ans Herz gewachsen ist.“ Auch Dschungelcamp-Mitstreiterinnen Helena Fürst und Jenny Elvers zeigten sich über das Dahinscheiden ihres ehemaligen Camp-Kollegen zutiefst betrübt.

 

 

BU: Rolf Zacher führte ein Leben auf der Überholspur.
Foto: highgloss.de

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