Rosa von Praunheim: Skurrile Ausstellung

Paradiesvogel Rosa von Praunheim mit Julia von Heinz.

Der Künstler „warnt“ vor dem männlichen Genital.

<Berlin> (cat). Zu seinem 75. Geburtstag im letzten Jahr schenkte der Avantgarderegisseur Rosa von Praunheim sich selbst ein Theaterstück mit dem Titel: „Jeder Idiot hat eine Oma, nur ich nicht“. Das Werk, das in den Kammerspielen am Deutschen Theater in Berlin lief, wartete mit Ausschnitten aus Dokus und Filmen des kontroversen Filmemachers auf. Für das Stück wurden mehrere frech-frivole Songs geschrieben mit Titeln wie „Kleiner Penis“, „Analverkehr“ oder „Sex After Death“. Für Otto-Normal-Verbraucher starker Tobak, für Insider das Gewohnte.

Schließlich dreht sich das ganze Leben des Pioniers der Schwulen- und Lesbenbewegung um nichts anderes. So auch die aktuelle Ausstellung Rosa von Praunheims in der Akademie der Künste. Titel: „Abfallprodukte der Liebe“. Die Stücke würdigen das Lebenswerk des Exzentrikers, aber auch das Schaffen seiner künstlerischen Weggefährten Fotografin und Kamerafrau Elfie Mikesch (77) und Filmemacher Werner Schroeter († 65). Skurril: Am Eingang der Ausstellung hängt ein Schild: „Warnung vor Penissen“.

Insider wissen, wenn es bei Rosa um Kunst geht, dann ist der nächste Penis nicht weit – ob gefilmt, gemalt oder geformt. Erstaunlich ist auch, dass der Liebhaber exzentrischer Kopfbedeckungen erst mit 60 Jahren erfuhr, dass seine Eltern ihn adoptiert hatten – von Praunheims leibliche Mutter war Deutsche. Er wurde als Holger Radtke in Riga geboren und dort zur Adoption frei gegeben. Später verstarb seine Mutter, die unter Schizophrenie litt, in einer Psychiatrie: „Mit meinen überaus liebevollen Adoptiveltern habe ich jedenfalls größtes Glück gehabt! Das Adoptionsverhältnis war vielleicht einer der Gründe für ihre unglaubliche Toleranz“.

 

Foto: highgloss.de

Leave a Comment