Sehkraft ist schlechter als gedacht

Neue Studie: Fast 75 Prozent der Autofahrer schätzen ihr Sehvermögen falsch ein

(djd). Nach Schätzungen des Berufsverbands der Augenärzte verursachen Sehschwächen in Deutschland rund 300.000 Verkehrsunfälle pro Jahr. „Dabei wird das Unfallrisiko unter anderem dadurch erhöht, dass Selbsteinschätzung und Realität der eigenen Sehkraft oft weit auseinander liegen“, sagt Dr. Jörg Ehmer, CEO von Apollo Optik. Bestätigt wurde dies in einer aktuellen TNS-Infratest-Studie: Knapp drei Viertel der 2.200 befragten und untersuchten Autofahrer beurteilen demnach ihre Sehstärke falsch – 59 Prozent von ihnen überschätzen sich.

Große Zustimmung zu verpflichtenden Sehtests

Die befragten Autofahrer stimmen grundsätzlich der Notwendigkeit von Sehtests zu. Rund 80 Prozent sprechen sich sogar für eine regelmäßige verpflichtende Überprüfung ab einem gewissen Alter aus. 54 Prozent wünschen sich einen solchen Sehtest schon ab einem Alter von 40 bis 60. Mit steigendem Alter sinkt jedoch die Zustimmung zu verpflichtenden Tests. Möglicher Grund könnte die Angst vor dem Führerscheinverlust sein, falls die Augen nicht mehr fit genug für den Straßenverkehr sind. Dabei bieten Optiker Gläser an, die speziell für Autofahrer entwickelt wurden. „Trotz der erschreckend hohen Zahl der Unfälle gibt es außer vor der Fahrschulprüfung keinen gesetzlich vorgeschriebenen Sehtest für Autofahrer“, kritisiert Augenoptikermeister Marcus Bernhard. Folgerichtig appelliert er an die Verkehrsteilnehmer, selbst aktiv zu werden und sich testen zu lassen. Den meisten falle es nicht auf, dass sich die Sehleistung verschlechtert habe – zumal dies meist schleichend geschehe.

Augen regelmäßig kontrollieren lassen

Die stärkste Selbstüberschätzung tritt auf, wenn der letzte Sehtest mehr als sechs Jahre zurückliegt. Wer lange nicht mehr dort war, verliert offenbar das Gefühl für seine Sehstärke. Die Empfehlung von Experten ist daher eindeutig: Jeder Autofahrer sollte seine Augen regelmäßig kontrollieren lassen. Schnell, zuverlässig und ohne Terminvereinbarung geht das meist beim Optiker. Nur so kann die Sicherheit erhöht werden – für die Fahrer selbst und für alle anderen Verkehrsteilnehmer.

BU: Bei widrigen Witterungsverhältnissen ist das Unfallrisiko auch deshalb erhöht, weil Verkehrsteilnehmer ihre Sehkraft oftmals völlig falsch einschätzen.
Foto: djd/Apollo Optik/pavel_812 – Fotolia

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