Ein Fernseh-Titan verlässt die Mattscheibe

<Köln> (cat). Entweder man liebt ihn oder man hasst ihn – kein Moderator spaltet die Nation so sehr wie Stefan Raab. Dementsprechend herrscht sowohl erleichtertes Aufatmen als auch großes Bedauern ob seines Ausstieges aus der TV-Welt. Einen Warnschuss gab Raab bereits 1998 in einem Interview mit „Spiegel TV“ ab: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich mit 50 noch Fernsehen mache“, sagte er damals. Der runde Geburtstag steht Stefan im nächsten Jahr bevor und im Dezember soll nun Schluss sein mit Fernsehen, obwohl ProSieben ihm eine „mehrjährige Vertragsverlängerung“ angeboten habe, wie der „TV Total“-Moderator mitteilte.

Der ehemalige Metzger begann seine ungewöhnliche Karriere vor 22 Jahren, als er durch seinen Song „Maschendrahtzaun“ eine Sächsin der Lächerlichkeit preisgab. Von da an flimmerte Raabs allabendliche Show „TV-Total“, gespickt mit schlechten Witzen, über den Äther. Neben den erfolgreichen Formaten wie „Schlag den Raab“ und der „Wok-WM“ leistete sich Stefan auch genügend Geschmacklosigkeiten, wie etwa seinen Auftritt beim Eurovision Song Contest im Jahr 2000 mit dem Lied „Wadde hadde dudde da“. Als Moderator, TV-Unternehmer, Werbestar, Komponist, Produzent, Kolumnist, Immobilienbesitzer und Miterfinder eines Duschkopfes, mutierte Raab zum Multi-Millionär und heimste für seinen schrägen Humor den Adolf-Grimme-Preis, den Deutschen Fernsehpreis und den Comedy-Preis ein. Einige werden Stefan Raab vermissen, andere werden froh sein, sein breites Grinsen nicht mehr sehen zu müssen…

 

Foto: highgloss.de