4. Lebensjahr:

Die emotionale Entwicklung des Kindes ist rasant fortgeschritten. Es hat sich motorisch wie kognitiv viel getan. Durch diese Entwicklungssprünge ist das Kind zwischenzeitlich in der Lage, eigene Gefühle durch Gestik, Mimik und Sprache mitzuteilen. Einige Emotionen wirken jedoch noch verwirrend auf das Kind, da sie nicht eindeutig oder  kongruent genug zum jeweiligen Verhalten sind. In dem das Kind in Kontakt zu verschiedenen Mitmenschen steht, erweitert es seinen Emotionsausdruck. Es lernt, sich in andere hineinzuversetzen und sie zu verstehen.

 

5. Lebensjahr:

Nicht nur in der motorischen Entwicklung hat sich viel getan. Auch die sprachliche Entwicklung hat sich stark entwickelt. Durch den Erwerb vieler neuer Worte und Begriffe hat das Kind gelernt, Emotionen noch feiner zu differenzieren und zu umschreiben. Das Emotionsverständnis hat also deutlich zugenommen. Hierbei steht jedoch immer mehr das Verständnis für die Emotionen der Mitmenschen im Vordergrund und nicht die eigenen. Das liegt daran, dass das Kind versucht, Ursachen und Konsequenz einzuschätzen und mit vergangenen Situationen abzugleichen. Auch die Emotionsregulation hat einen Fortschritt gemacht. Das Kind hat seine Beruhigungsstrategien weiterentwickelt. Es wendet nun Techniken wie Selbstgespräche, Summen, Singen oder Durchatmen an, um sich zu beruhigen und seine innere Ruhe zu finden.

 

6. Lebensjahr:

Der größte Teil der emotionalen Entwicklung liegt nun hinter dem Kind, denn das Niveau des Emotionsausdrucks entspricht in etwa dem eines Jugendlichen. In dieser Phase des Lebens beginnt das Kind, auf seinen eigene Ausdruck zu achten und ihn zu kontrollieren. Es passt ihn verschiedenen Situationen an und beginnt kontinuierlich diesen zu manipulieren. Gründe dafür können Selbstschutz aber auch kleinere Intrigen oder Machtspielchen zwischen Eltern und Geschwistern sein. Auch die Empathiefähigkeit macht in diesem Alter einen großen Entwicklungssprung. Die Emotionen der Mitmenschen werden nun in Bezug zum eigenen Leben gesetzt, abgeglichen, neu interpretiert und abgespeichert. Das Kind versucht die Emotionen in verschiedene Situationen, Erfahrungen und Persönlichkeiten zu setzen, um das Verständnis für das Handeln der Mitmenschen zu erweitern und in einem neuen Kontext zu betrachten.

 

 

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