Summerjam 2017 in Köln (30.06 – 02.07.17)

 

Weites Grün, glitzernde Wasserflächen: Kölns Fühlinger See ist die ideale Location für die drei Tage lang „The everlasting Summerjam“. Auch jetzt beim 32. Festival fand sich ein internationales Publikum quer durch die Generationen hier ein – zeltend, tanzend, feiernd. Junge Eltern hatten ihren Babys im Buggy kurzerhand Ohrenschützer aufgesetzt, die größeren Kinder wollten mittanzen. Eine Party nicht nur zum Hören, sondern auch zum Sehen: Männer und Frauen kamen im Reggaestyle. Hardcore Jamaica-Fans trugen ihre Dreadlocks nicht nur bis zu den Schultern, sondern hatten sie bis zum Knie und länger wachsen lassen. Flaggen wurden geschwenkt, andere hatten sich das Jamaica-Schwarz-Grün-Gelb direkt ins Gesicht geschminkt. Foodtrucks standen übers Gelände verteilt, von Hamburgern bis Erdbeerbowle waren alle Geschmacksrichtungen bedient. An  eine Dance hall arena hatten die Veranstalter ebenso gedacht wie an Chill out-Zonen.

Die Besucher drängten sich vor den zwei Großbühnen Red Stage und Green Stage. Hier wehte der Sound durch gigantische Verstärker über den Platz. Lichtshows tauchten schon in der Dämmerung das Gelände in wechselnde Farben. Denn die Partystimmung hatte das ganze weite Feld bis hin zum Campingplatz erfasst, gefeiert wurde auch in kleineren Zelten und Pavillons und unter freiem Himmel. Regenschauer am Samstag konnten den Spaß nicht wirklich verderben. Friesennerze, Ponchos aus Plastikfolie wurden über ausgeflippte Partykleidung gezogen. Gegen Reggaefieber kommen Regentropfen nicht an, manche tanzten barfuß durch die Pfützen.

Internationale und nationale Künstler sind die Magneten des Summerjams. Im Lauf der Jahre hat sich das Festival auch für Hip-Hop und Soul in englischer wie in deutscher Sprache geöffnet. Der Zeitplan der Musiker war eng getaktet, Zugaben kaum möglich, aber für das Publikum war es ein großes Erlebnis, solche Stars live zu hören und zu sehen. Alpha Blondy und Solar System schickten Wellen von Partystimmung in die Menge. Deutschrapper Sido versetzte die Zuhörer von Kopf bis Fuß in Bewegung. Joy Denalane mit ihrer samtigen Stimme, ihrer Ausstrahlung tauchte in ein Soul-Gefühlsbad. Mit Irokesenfrisuren und sportlichen Trikots unterlegten Dubioza Kollektiv den Reggae mit fetzigen Rhythmen, erwiesen sich als große Spaßmacher. Über den großen Teich kam Rapper G-Eazy, in der gleichen Stilrichtung ließ sich NAS, einer der Stars dieser Szene, hören. Die Brücke zwischen Reggae und Soul schlug Faada Freddy. Clevere Planung: Kurz vor Mitternacht rissen Superstars nochmal die Menge hoch, bereits Schläfrige kamen wieder aus ihren Zelten. Auf Damian „Jr. Gong“ Marleys Auftritt warteten viele, der Mann hat die Reggae-Gene von Vater Bob geerbt und brachte auf der Red Stage die Menge zum Ausrasten. Sein Auftritt war ein Highlight des Festivals. Am anderen Ende des Feldes auf der Green Stage tauchten „Bilderbuch“ in den Lichtkegel, ließen Rock-Pop hören, Applaus aus den Reihen verstärkte den Beat.

Es war ein rundes Sommerwochenende mit Reggae & Co., mit einem Sound, der Künstler und Zuhörer vieler Nationen verband. So kam es, wie Moderator Andrew Murphy, Veteran des Summerjams, gesagt hatte „Wir wollen hier keinen Stress. Ihr seid alle willkommen, egal aus welchem Land, mit welcher Hautfarbe, mit welcher Religion. Was zählt ist nur eins: die Musik!“

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