SummerJam 2018 – Wir waren dabei!

 

(Köln) Wetter (fast) wie in Jamaica gab dem 33. Summerjam am Fühlinger See mit dem Motto „Enjoy music and vibes“ genau das richtige Feeling, kein einziger Regentropfen störte die Partystimmung. „Everlasting Festival“-Fahnen flatterten neben jamaikanischen Flaggen. Zum zweiten Mal tauchte die Mittelpunkt Zeitung in dieses Drei-Tage-Musikevent bis tief in die Nacht ein. Nicht die Musik allein machte das Wochenende mit der Schnapszahl so unvergesslich – es war die sommerliche Freiheit, die hier von Menschen mehrerer Generationen und Nationen gelebt wurde.

Dunkelhäutige mit wilden Rastalocken tanzen neben bodenständigen Daddys im Karohemd, freizügige Oben ohne-Schönheiten wurden von aufgekratzten Junggesellen-Abschiedsgruppen auf die Schippe genommen. Einen Dresscode gab es hier nicht, wohl aber Stände mit jamaikanischer, afrikanischer Kleidung. International war auch das Angebot der Foodtrucks: Exotisches aus der Küche von Gambia, von Jamaica neben vertrautem Fingerfood konnte auch mit Hochprozentigem von der Zuckerrohrinsel hinuntergespült werden, ein Headshop hatte gute Konjunktur. Ein spontanes Bad im See? Kein Problem, DLRG- Aktive waren zum Eingreifen bereit, wenn Hilfe gebraucht wurde. Die lockere, entspannte Stimmung schien auch an Polizei und Sicherheitskräften nicht vorbeigegangen zu sein.

Kultmoderator, Stimme des Summer Jam und Spaßmacher: Andrew Murphy wusste die Atmosphäre mit seinen Ansagen weiter hochzukitzeln. Im Mittelpunkt standen die Performances auf der Green, der Red Stage, daneben gab es Pavillons mit DJs, kleinere Zelte mit Reggae-, Dancehall- und Hip-Hop-Varianten. Mitreißende Vollblutmusiker rund um die Uhr: so Jesse Royal, ein junges Talent des Reggae Revival Movements, der wie ein Stück verkörpertes Jamaika auf der Bühne stand und sang.

Können deutsche Sänger Reggae machen? Ja, Beispiel Gentleman. Der leicht Bärtige singt generell mit einer Intensität, die auch afrikanische, jamaikanische Zuhörer berührt. So auch hier: Kurz vor Mitternacht elektrisierte er eine riesige Zuhörerschar, lockte zu später Stunde auch leicht Ausgepumpte wieder mitten in die tanzende Menge. „D-d-d-Dendemann“, ein Urgestein des Deutsch-Hip Hop, bewies, dass er wieder da ist: „Immer noch unkopierbar“. Stottern nur zum Spaß –  der Mann mit der Reibeisenstimme, der kreative Sprachjongleur mit Satire-Talent, machte sich über Möchtegern-Hip-Hopper lustig, während seine Band „Die freie Radikale“ den Rhythmus vorantrieb – eine Megashow!

Mit seiner großen Blak Soil Band samt der Saxofonlegende Dean Fraser kam Tarrus Riley, Meister des Charme-Reggae. Hinreißend sein Cover von Michael Jacksons „Human Nature“. Marteria, der Hip-Hop-Sänger aus Rostock Seinen Hit „Aliens“ mit einer irren Show aus Licht und Rauch, einem Rhythmus, de sich keiner entziehen konnte. „Ausziehn, ausziehn!“ schallte es aus dem Publikum, bis er ein oberkörperfreies Bad in der Menge nahm. Ziggy Marley, Sohn einer Familie, die Reggae in den Knochen hat, begeisterte mit einem Titel seines Vaters Bob „One love“. Nicht einmal mehr die Kameraleute konnten da stillstehen. Berührend dann Ziggy Marleys eigene gesungene Botschaft: „Got to be true to myself“. Frauenliebling Ty Dolla Sign beherrscht die Mischung Hip-Hop mit R&B. Wenn er seine blonden Dreadlocks fliegen ließ, spielten die Teenies im Publikum verrückt. Mohammed Sylla, 23 Jahre jung und in Paris aufgewachsen, nennt sich MHD und hat schon ein eigenes Markenzeichen entwickelt: Afro Trap, einen Mix aus Elementen westafrikanischer Musik mit Trap, der aktuellen Hip-Hop-Variante aus den USA.

Und die Publikumsstimmen? „Hammermäßiges Line-up der Künstler!“, „Freude pur!“, „Gute Entscheidung ist der Mix aus Hip-Hop und Reggae – für jeden was dabei!“  und – ganz kurz und bündig – „Noch intensiver als 2017!“

 

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