The King Live on Screen

„If I can dream“ klang durch die Festhalle Frankfurt, gespielt im satten Sound des Tschechischen Nationalen Symphonieorchesters. Gespannt warteten 3500 Zuhörer auf die Wiederbegegnung mit dem „King of Rock´n Roll“, die sie hier fast hautnah erleben konnten. „The Wonder of you – Elvis in Concert 2017“ war angesagt, “The king live on Screen” war zu erleben. Nach dem Opener des Orchesters kam die lang Erwartete auf die Bühne: Priscilla Beaulieu-Presley, die Witwe des Stars. In Hessen hatten sie sich 1959 kennen gelernt, der GI mit der großen Zukunft und das 14-jährige Mädchen, eine leidenschaftliche Liebesgeschichte begann. Bis 1973 waren sie ein Paar, hatten eine gemeinsame Tochter. Nun begleitet Priscilla Presley das Erfolgsprojekt durch Europa, bringt persönliche Erinnerungen an den großen Star ein. Und schon tauchte er auf der Riesenleinwand auf, der Sänger mit der schwarzen Haartolle, dem unnachahmlichen Hüftschwung. Mitschnitte seiner größten Auftritte wurden eingespielt. Und jetzt, 50 Jahre nach seinem Tod, erfüllte sich sein musikalischer Traum, von einem großen Symphonieorchester begleitet zu singen. Pfeifen, hektischer Applaus brauste auf, steigerte sich immer mehr. Dieses Konzert zeigte: der „King of Rock´n Roll“ ist keine Nostalgienummer. Teenager, junge Leute saßen zwischen lebenslangen Elvis-Fans, ließen sich genauso begeistern wie die Senioren.

o Elvis-in-concert The-Wonder-of-You ELVIS-performing 2 c Courtesy of Graceland Archives
o Elvis-in-concert The-Wonder-of-You ELVIS-performing 2 c Courtesy of Graceland Archives
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„Burning love“ sang Presley auf der Leinwand, ein großer Titel nach dem anderen folgte. Das Programm steigerte sich raffiniert zu Elvis´ eigenen Lieblingssongs, die noch heute einen unwiderstehlichen Sog ausüben: „It´s now or never“, „Don´t“, „I can´t help falling in love with you“. Langjährige Elvis Fans wissen, dass seine Mutter, an der er sehr hing, Gospelmusik liebte. Auch der Sohn war nicht einseitig auf Rock´n Roll festgelegt. Hier wurden Balladen gebracht, die er damals mit einem Gospelchor als Background sang: „In the Ghetto“, „Bridge over troubled water“, „How great Thou art“. Dann die große Überraschung: Priscilla Presley wanderte mitten durchs Publikum, nahm ein Bad in der Menge, sprach Fans freundlich an, fragte nach Lieblingstiteln. Ein alter Mann sprach Priscilla Presley an: „Ich habe als Jugendlicher Elvis mal hier in Hessen interviewt, Sie waren dabei. Jetzt bin ich 81, ich freue mich total, dass ich diesen Abend noch erleben konnte“. Sie schenkte ihm ein strahlendes Lächeln, die beiden stellten sich zum Bild.

Das Symphonieorchester, zwei Sängerinnen und ein Sänger als Background passten sich suggestiv den verschiedenen Nuancen von fetzigem Rock bis schmelzendem Herzschmerz-Pop an. Wurde bei „Heartbreak Hotel“ der Beat so angeheizt, dass es dem Publikum unter die Haut ging, kam dann „Are you lonesome tonight“ als perfektes Gefühlsbad. Bei „Suspicious Minds“ riss es das Publikum von den Sitzen. Kreischen, Pfiffe, frenetischer Beifall – es war wie in einem wirklichen Elvis-Konzert. „Man hätte meinen können, er steht echt auf der Bühne“ meinte ein Fan am Schluss. Ein Lob auch für den Veranstalter semmel concerts – der Abend war rundum überzeugend.

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